Technik-Riese bekommt neues Gehirn und Muskeln

ABB modernisiert eine der weltweit größten Abraumförderbrücken

Einem Technik-Riese wie einer Abraumförderbrücke neue Muskeln und auch ein schlaues Gehirn einzupflanzen, ist eine ungeheuer komplexe Sache. ABB erneuert derzeit im Tagebeau Reichwalde für rund 26 Millionen Euro die gesamte Elektro-, Automations- und Steuerungstechnik. Die Technik steckt sowohl in der mehr als 500 Meter langen, bis zu 60 Meter hohen und rund 14.000 Tonnen schweren Abraumförderbrücke, als auch in den beiden jeweils knapp 4.000 Tonnen schweren Eimerkettenbaggern.

Zehn Jahre lang wurde im Tagebau Reichwalde, eine Autostunde südöstlich von Cottbus, keine einzige Tonne Braunkohle gefördert. Das benachbarte Kraftwerk Boxberg brauchte sie einfach nicht. Die Kohle aus anderen Tagebauen reichte. Durch den Bau eines neuen 675-Megawatt-Blocks wird der Brennstoff aus Reichwalde jedoch wieder gebraucht. „In dieser Zeit hat sich die bis heute 20 Jahre alte Technik der Brücke förmlich kaputtgestanden“, erklärt Yves Storch. Der 44-Jährige ist Projektleiter am ABB-Standort Cottbus. Dort unterhält ABB das weltweite Kompetenz-Zentrum für Tagebau-Technologie. Bei der Generalsanierung setzte sich der Technologiekonzern auf Grund des besten Konzepts für den energieeffizienten Betrieb der Brücke gegen den Wettbewerb durch. Mitte 2010 soll der neue Kraftwerksblock in Boxberg angefahren werden und seinen Brennstoff über eine Förderbandanlage direkt aus dem Tagebau Reichwalde erhalten.

Tagebau in der Lausitz

Abraumförderbrücken für den Braunkohletagebau gibt es nur im Lausitzer Revier und sonst nirgendwo. Die noch zu DDR-Zeiten gebaute Förderbrücke F 60, von denen es rund um Cottbus fünf Stück gibt, gilt als größer beweglicher Maschinenkomplex, der jemals auf dieser Welt gebaut wurde. Im Normalbetrieb transportiert eine F 60 mit zwei Eimerkettenbaggern etwa 400.000 Kubikmeter Abraum pro Tag, fast ausschließlich Sand. Im Reichwalder Revier lagert die Braunkohle bis zu 85 Meter unter der Erdoberfläche. Das Flöz hat eine Mächtigkeit von neun bis zwölf Metern. Die Vorräte belaufen sich auf etwa 366 Millionen Tonnen Braunkohle.

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Mehr als 500 Meter lang, bis zu 60 Meter hoch und rund 14.000 Tonnen schwer. Die Abraumförderbrücke im Braunkohletagebau in der Oberlausitz ist eine der größten der Welt.

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